Bankrecht und Kapitalmarktrecht

Bankrecht und Kapitalmarktrecht

Das Bankrecht

Das Bankrecht ist ein hoch komplexes und vielschichtiges Rechtsgebiet. Es regelt vom Alltagsgeschäft wie dem Zahlungsverkehr, dem Kreditvertrags- und Kreditsicherungsrecht über die Anlageberatung und Vermögensverwaltung bis hin zur Unternehmenssanierung alle Rechtsbeziehungen zwischen Unternehmen oder Privatkunde und Bank. Der Kern bildet das Kreditvertrags und –sicherheitsrecht und der Zahlungsverkehr.

Das Kapitalmarktrecht und das Anlegerschutzrecht

In den letzten Jahren haben viele Anleger am Kapitalmarkt hohe Verluste erlitten. Diese reichen von einer verminderten oder ausbleibenden Ausschüttung bis hin zu finanziellen Schäden, die über das Anlagevermögen hinaus bis in das Privatvermögen und somit den wirtschaftlichen Ruin hineinreichen. Die Gründe und Fehlerquellen sind vielfältig.

Kreditverträge

Egal ob Unternehmer, Privatleute und Verbraucher – um Investitionen zu tätigen, müssen häufig Kredite oder Darlehen aufgenommen werden. Sei es zur Bau- oder Immobilienfinanzierung, ein Überziehungs- und Kontokorrentkredit, ein Verbraucherdarlehen oder ein gewerbliches Darlehen. Kann der Kredit bzw. das Darlehen nicht oder teilweise nicht mehr bedient werden oder kündigt die Bank den Vertrag, hat dies oft weitreichende finanzielle Konsequenzen für den Betroffenen. Diese können häufig abgewendet oder abgemildert werden. Insbesondere im Zusammenhang mit

  • Fehlern bei der Vertragsschließung
  • Fehlerhafter Berechnung der Restsalden oder Vorfälligkeitsentschädigung
  • Abwendung oder Aufschieben von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
  • Schadensersatz bei fehlerhafter Kreditberatung

lohnt sich eine Überprüfung Ihres Kreditvertrages durch einen Rechtsanwalt bereits im Vorfeld der Beratung durch die Bank. Droht sogar schon die Zahlungsunfähigkeit, wurde der Kredit gekündigt, die Zwangsvollstreckung eingeleitet bzw. Kreditsicherheiten verwertet, kann ein Anwalt helfen. Sofern keine rechtlichen Angriffspunkte bestehen, müssen wirtschaftliche Argumente ausgearbeitet werden, um Vergleichsgespräche erfolgreich führen zu können.

Kreditsicherheiten

Kreditverträge und Darlehen lassen sich Banken regelmäßig absichern. Dies geschieht mit Hilfe von Sicherheiten wie der Grundschuld, der Sicherungsabtretung, der Sicherungsübereignung aber auch in der Praxis weniger gängiger Sicherheiten wie Hypothek, Bürgschaft und Pfandrecht. Ungerechtfertigte Übersicherung und die Verwertung der Sicherheiten durch Zwangsvollstreckung auch in das sonstige Vermögen des Darlehensnehmers sind die häufigsten Probleme, mit denen Mandanten auf uns zukommen. Durch

  • Reduzierung der Übersicherung von Krediten
  • Abwendung oder Zahlungsaufschub bei Zwangsvollstreckung
  • Abwehren der Pfändung von Vermögenswerten
  • Feststellung der Unwirksamkeit von Kreditsicherheiten
  • Widerruf des Sicherungsvertrages
  • Freigabe von Sicherheiten

kann der Anwalt Auseinandersetzungen und Verhandlungen mit Banken und Kreditinstituten führen, um eine Besserstellung des Kreditnehmers zu erreichen.

Kontoführung und Zahlungsverkehr

Nicht nur bei Krediten und Darlehen sondern auch bei den Alltagsgeschäften also im täglichen Zahlungsverkehr im Rahmen des Girovertrages bzw. der Kontokorrentabrede und der Kontoführung schlechthin entstehen mannigfaltige Rechtsbeziehungen und Rechtsprobleme zwischen Bank und Kunde. Dies reicht von

  • Erhöhung der Bankgebühren
  • Gefälschte Überweisungsaufträge oder Schecks
  • Unberechtigte EC- oder Kredit-Karten-Abbuchungen
  • Fälle des Phishing im Online-Banking

Insbesondere die Entwicklung von Gesetzesänderungen im europäischen Recht in Bezug auf EC- und Kreditkarten, Onlinebanking sowie beim Zahlungsverkehr der Überweisungs-, Lastschrift-, Wechsel- und Scheckverkehr gestaltet sich rasant und dynamisch. Die Gesetzesänderungen sind Neuland und lassen sich durch einen auf das Bankrecht spezialisierten Anwalt richtig einschätzen. Sollten Sie Probleme bei der Kontoführung bzw. aufgrund von Zahlungsvorgängen mit Ihrer Bank haben, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

Banken und Kreditinstitute verfügen im Vergleich zum Kunden über Spezialwissen und sind schlagkräftig sowie wirtschaftlich potent. Mit Verhandlungsstärke und Durchsetzungsvermögen berät und vertreten wir Sie daher fach- und sachgerecht im Bankrecht insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Ihre Ansprechpartner auf diesem Gebiet sind Herr Dr. Stefan Dettke, Frau Zeynep Dettke und Herr Dariush Rahmanzadeh.

Anlagenberatung und Anlagenvermittlung

Banken, Versicherungsgesellschaften oder Finanzberater klären Anleger häufig falsch über Chancen und Risiken der Kapitalanlage auf. Oft steht das Interesse der Berater an der Provision im Vordergrund. Daher bildet die Beraterhaftung bei Forderungen der Anleger auf Schadensersatz den ersten Anknüpfungspunkt. Bei der Vertragsanbahnung aber auch im Verkaufsgespräch werden leider viel zu häufig folgende Beratungs- und Aufklärungspflichten nicht beachtet:

  • Aufklärung über Risiken der Kapitalanlage
  • Erschwerte Verkäuflichkeit der Anteile
  • Totalverlustrisiko
  • Gebundene Laufzeit
  • Beispielkalkulation bzw. Musterrechnung
  • Höhe der Provision für Verkauf und Kickback-Zahlungen
  • Bankgeprüfte Kapitalanlage
  • Unterstützung bei einem Wiederverkauf durch Berater
  • Aushändigen eines Verkaufsprospekts bzw. Anlageprospekts
  • Hat der Berater oder Vermittler Beratungs- oder Aufklärungspflichten verletzt dann haftet er unter Umständen für den Verlust Ihres Geldes, das heißt Sie können Ihn auf Schadensersatz verklagen und bekommen Ihre Verluste ggf. in voller Höhe ersetzt.

Anlageberater müssen ihre Kunden objektgerecht und anlegergerecht beraten. Dazu gehört, dass der Berater den Kunden über alle entscheidungsrelevanten Informationen des Anlagemodelles aufklärt und berät. Und zwar in der Weise, dass auch die Anlageziele, Wünsche und der Wissenstand des Anlegers berücksichtigt werden. Dies gilt auch, wenn der Anleger durch unvollständige oder schlicht unwahre Informationen in Prospekten in die Irre geführt wird, weil Risiken verschwiegen, Chancen falsch dargestellt oder unternehmerische Verflechtungen verschleiert werden. Dann haftet nicht der Berater für Ihre Verluste sondern die Prospektverantwortlichen wie Initiatoren, Geschäftsführer und Hintermänner der Kapitalanlage. Als Anleger müssen Sie den Anlageprospekt noch nicht einmal gelesen haben. Ob Ihr Anlageberater, Anlagevermittler oder Ihre Bank Ihren Schaden ersetzen muss und eine gerichtliche Auseinandersetzung Aussicht auf Erfolg hat, können wir nach Überprüfung der Fakten beurteilen.

Geschlossene Fonds

Das gesagte zu Anlageberatung und Anlagevermittlung gilt auch für die sogenannten geschlossenen Fonds wie z.B. Immobilienfonds, Medienfonds, Schiffsfonds, Filmfonds, Umweltfonds, Leasingfonds, Hedge- oder Private-Equity-Fonds. Bei diesen beliebten Anlagemodellen bieten aufgrund häufig fehlender gesetzlicher Regelungen gerade hier Anbieter unseriöse Anlageprodukte an. Insbesondere Immobilienfonds sind weitgehend unreguliert und gehören somit zu den Produkten des sogenannten „grauen“ Kapitalmarkts.

Gerade bei dem Anlagemodell der geschlossenen Fonds versprechen Berater und Prospekte den Anlegern oft hohe Renditen ohne über die Risiken aufzuklären. Dieses Verschweigen bzw. das Machen von Falschangaben hat System, da Berater im Verhältnis zu anderen Kapitalanlagemodellen sehr hohe Provisionen kassieren. Zum Leid der betroffenen Anleger, die bei diesen geschlossenen Fonds meist auch mit ihrem Privatvermögen haften. Dies führt nicht selten bis zum finanziellen Ruin des betroffenen Anlegers. Hier können eine Vielzahl von Beteiligten wie Anlageberater, Prospektverantwortliche, finanzierende Banken, Beteiligungsgesellschaften oder Vertriebsgesellschaften haften. Eine Überprüfung Ihrer Kapitalanlage, geschlossenen Fonds, durch einen Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht kann sich daher lohnen. Gerne prüfen wir Ihre Anlage auf mögliche Unregelmäßigkeiten und Fehler in der Beratung sowie der Prospekte und können Ihnen als geschädigtem Anleger unter Berücksichtigung Ihrer Ziele Empfehlungen zum weiteren Vorgehen aussprechen.

Vermögensverwaltung

Die Verwaltung des eigenen Vermögens einem Dritten zu übertragen, setzt ein hohes Maß an Vertrauen in Sachkunde und Seriosität des Vertragspartners voraus. Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihrer Vermögensverwaltung nicht alles mit rechten Dingen zugeht,  sollten Sie die Verträge im Vorfeld von einem auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen lassen. Denn unter zahlreichen seriösen Vermögensberatern und Vermögensverwaltern gibt es leider immer wieder schwarze Schafe, die das Vertrauen ihrer Anleger missbrauchen und enttäuschen. Handelt es sich bei dem verwalteten Vermögen um ihre Altersvorsorge, sind die wirtschaftliche und soziale Existenz in Gefahr.

Die Analyse und Überprüfung der Vermögensverwaltung Ihrer Bank oder Ihres sonstigen Vermögensverwalters betrifft insbesondere folgende Fälle:

– Entsprechen die getätigten Geschäfte den vereinbarten Anlagerichtlinien
– Gebührenschinderei, sogenanntes „Churning„
– Verdeckte Provisionen, sogenannte „Kickback-Zahlungen„

In diesen Fällen helfen wir Ihnen gerne weiter, Ihre Ansprüche auf Schadensersatz gegen den Vermögensverwalter mit allen Mitteln des Rechts durchzusetzen.

Das verlorene Kapital kann in vielen Fällen in Form von Schadensersatz in der gesamten Höhe zurückgefordert werden. Ansprüche auf Schadensersatz bestehen insbesondere gegen Anlageberater, Anlagevermittler, Banken, Prospektverantwortliche, Fondsverantwortliche, Beteiligungsgesellschaften oder Vertriebsgesellschaften. Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Dettke besitzt als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht des Deutschen Anwaltverein auf diesem Gebiet vertiefte Kenntnisse. Weitere Ansprechpartner auf diesem Gebiet sind Frau Zeynep Dettke und Herr Dariush Rahmanzadeh.